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Salzgitter

Kunst trifft Kabelverteilerkästen

Marilyn Monroe steht am Pappeldamm; Eintracht Braunschweigs Aufstieg in die zweite Liga ist am Schäfersteig verewigt: Aus 22 grauen Kabelverteilerkästen in Steterburg entstehen kleine Kunstwerke unter Anleitung von Nicole Brito de la Cruz.

Die Künstlerin hat für ihre Idee einen Antrag an den Verfügungsfonds gestellt, den der Sanierungsbeirat einstimmig beschloss. Viele Bürgerinnen und Bürger machen mit, verschönern ihr Viertel und freuen sich über die neue malerische Vielfalt. Eine Premiere auch für Salzgitter.

Im Infobrief der Stadt Salzgitter las die Künstlerin, dass es für Steterburg einen Verfügungsfonds und damit ein Budget gibt, um Ideen von Anwohnerinnen und Anwohnern, Vereinen oder Institutionen finanziell zu unterstützen. Nicole Brito de la Cruz stellte beim Sanierungsbeirat einen Antrag für ihr Projekt: Gemeinsam mit den Steterburgerinnen und Steterburgern die grauen Kabelverteilerkästen farbenfroh zu bemalen.

Zuerst einmal musste sie jedoch klären, ob die Stromverteilerkästen überhaupt bemalt werden dürfen. Hier ging sie auf die WEVG zu, die das Projekt von Beginn an unterstützte und bei einem Rundgang die für das Projekt in Frage kommenden Kabelverteilerkästen auswählte. Glücklicherweise wurde dieses Projekt mit einem einstimmigen Beschluss des Sanierungsbeirats genehmigt. Nicole Brito de la Cruz hat dann mit dem Geld aus dem Verfügungsfonds das Zubehör gekauft und Flyer erstellt, den ihre Nachbarn verteilt haben und somit alle Anwohnerinnen und Anwohner zum Mitmachen eingeladen. Die Künstlerin begann am Pappeldamm. Nach der Grundreinigung folgte die Grundierung, bevor die Farben aufgetragen werden konnten. „Viele Menschen haben mich auch angesprochen, fanden die Idee sehr schön und wollten mitmachen“, freut sie sich über die Resonanz. In ihrer Freizeit hat sie die Details rund um Motivauswahl, Gestaltung und Umsetzung organisiert:

Einige Steterburgerinnen und Steterburger wollten Comicfiguren malen; andere bevorzugten Naturmotive; einige Jugendliche wollten die Eintracht malerisch verewigen. „Alle machen vom Reinigen, über die Vorbereitung der Schablonen bis zur Umsetzung des Kunstwerkes mit“, führt die Künstlerin aus. Gemeinsam entstehe eine malerische Vielfalt, die auch die Vielfalt in Steterburg widerspiegele. Jede Gruppe übernehme mit ihrem Engagement auch Verantwortung.

Das Ergebnis: Nach und nach entstehen viele farbenfrohe Kabelverteilerkästen. Die meisten sind schon mit Ideen reserviert, die in den nächsten Wochen bemalt oder besprayt und damit umgesetzt werden. Nur für vier Kästen gibt es noch keine „Malpaten“.

„Das Projekt wird super umgesetzt. Steterburg strahlt dadurch an vielen Stellen auf besondere Weise“, freut sich Michael Feyerabend, der Vorsitzende des Sanierungsbeirates, über den gelungenen Auftakt.

Für die WEVG ist das Projekt ebenso erfolgreich. „Die vielen Ideen verschönern und werten die grauen Kabelverteilerkästen auf“, sagt Jürgen Kook, Teamleiter Dokumentation und Betriebsmanagement der WEVG. Das Unternehmen hat diese malerischen Verschönerungsprojekte bereits in anderen Orten ermöglicht und gute Erfahrungen gemacht. Ebenso positiv sei diese Premiere in Steterburg und damit in Salzgitter. Die WEVG ist auch offen für weitere Stadtteile, wenn entsprechende Wünsche geäußert werden. Auch aus Thiede gab es schon viele Anfragen, so dass geplant ist, dieses Projekt in 2021 auszuweiten.

Doch erst einmal wird in Steterburg weiter gemalt. „Ich möchte die Welt ein bisschen bunter machen“, sagt Nicole Brito de la Cruz. Vor drei Jahren sei sie nach Steterburg gezogen und möchte sich vor Ort engagieren. „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“, zitiert die Künstlerin dazu Mahatma Gandhi und freut sich, dass so viele Steterburgerinnen und Steterburger dieses Zitat ebenfalls ganz pragmatisch umsetzen.

Sabine Naats, Quartiersmanagerin, freut sich, dass die Resonanz für das erste Projekt mit Bürgerbeteiligung, das aus dem Verfügungsfonds finanziert wurde, so groß ist.

Wer weitere Ideen für Steterburg hat oder einen Antrag für den Verfügungsfonds stellen möchte kann sich gerne im Büro des Quartiersmanagements melden.

Der Rat der Stadt hat im Sommer 2019 den Verfügungsfonds für das Sanierungsgebiet „Soziale Stadt“ Steterburg beschlossen: Damit steht ein Budget zur Verfügung, um Maßnahmen der Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibenden, Vereine und Institutionen zu unterstützen. Das Gesamtfördervolumen umfasst pro Jahr 10.000 Euro.

Der Verfügungsfonds ist eine Möglichkeit, innerhalb des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt Steterburg“, kleine, in sich abgeschlossene Maßnahmen, mit finanziellen Mitteln des Bundes, des Landes und der Stadt Salzgitter zu fördern.

Förderfähig sind zum Beispiel Veranstaltungen, Workshops und Kurse, Baumpflanzaktionen, Integrations- und Kulturprojekte. Diese Angebote können sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Familien im Sanierungsgebiet Steterburg richten.

Alle förderfähigen Maßnahmen müssen Ziele haben, wie beispielweise das Zusammenleben und das bürgerschaftliche Engagement zu fördern, die Stadtteilkultur zu beleben und alle Bevölkerungsgruppen einzubinden, die Lebensqualität und Vernetzung im Stadtteil zu stärken oder die nachbarschaftlichen Kontakte und Begegnungen auszubauen.

In Steterburg wurden bereits einige Projekte umgesetzt wie beispielsweise der Kauf von Veranstaltungszubehör, das auch von anderen ausgeliehen werden kann. Die „Verschönerung“ der Kabelverteilerkästen ist das erste Projekt mit Bürgerbeteiligung, das aus dem Verfügungsfonds finanziert wurde.

Das Quartiersmanagement mit Diana Graf und Sabine Naats beantworten während der Öffnungszeiten des Büros in der Langen Hecke 4 (dienstags und donnerstags von 16 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 9 von 10 Uhr Fragen rund um den Verfügungsfonds. Darüber hinaus können Termine vereinbart oder Fragen gestellt werden unter der Telefonnummer: 05341/8879201 oder per E-Mail an: kontaktsteterburgnet

Der Infobrief der Stadt Salzgitter informiert wöchentlich über die Aktivitäten der Stadt Salzgitter. Über die Internetseite www.salzgitter.de können sich Interessierte dafür anmelden.

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Bildnachweise

  • Foto: Stadt Salzgitter
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