Ausgangspunkt: Die Fuhse verläuft zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der Autobahn 39 stark begradigt und monoton. Sie fließt durch überwiegend intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Das Ziel: In diesem Abschnitt soll die Fuhse einen neuen Verlauf erhalten, damit sie mehr Raum bekommt. Darüber hinaus soll sie sich wieder natürlicher entwickeln.
Das langfristige Ziel: Mehr Naturschutz und Artenschutz in diesem Abschnitt.
Gleichzeitig soll das Wegenetz für die Naherholungsnutzung neu konzipiert werden, wobei auch die Aufenthaltsqualität verbessert und Aspekte der Umweltbildung (Lernort für Kitas und Schulen) berücksichtigt werden sollen.
Michael Buntfusz, Leiter des Fachgebietes Umwelt der Stadt Salzgitter, erläuterte, dass das geplante Renaturierungsprojekt ein Teil des Handlungskonzepts zum Schutz von Fließgewässern sei, das der Rat der Stadt Salzgitter beschlossen habe.
Die Stadt Salzgitter habe mit Renaturierungsprojekten in Barum und Gebhardshagen/Salder gute Erfahrungen gemacht, weil Renaturierungsprojekte der Natur mehr Möglichkeiten zur Entwicklung geben und damit die Vielfalt der Arten fördern.
Was ist in diesem Abschnitt geplant?:
Die Fuhse soll in diesem Abschnitt einen neuen geschwungenen Verlauf mit einem Niedrig/Mittelwasserprofil erhalten (siehe Lageplan). Damit soll zum einen verhindert werden, dass die Fuhse in heißen Sommern austrocknet, zum anderen hat die Fuhse dann bei Hochwasser mehr Volumen für das Wasser.
Darüber hinaus soll der neue Fuhseverlauf eine flachere Böschung haben; an zwei Stellen sollen Möglichkeiten geschaffen werden, einen Einblick auf die zukünftige Auenlandschaft nehmen zu können.
Kies und Totholz sollen als strukturverbessernde Maßnahme eingebaut werden.
Anpflanzung von standortgerechten Gehölzen (für die Auenentwicklung).
Der Fuß- und Radweg inklusive der Schmutzwasserleitung muss verlegt werden. Die Qualität des Weges soll dem jetzigen Weg entsprechen.
Wichtig: Das neue Gewässerprofil hat keine Auswirkungen auf die Fuhse in Salder.
Kosten: Baukosten: ca. 1,2 Million Euro
Das Projekt wurde bisher zu 90 Prozent durch Landesmittel aus dem Maßnahmenprogramm zur Fließgewässerentwicklung gefördert.
Der Rest wird aus Ersatzgeldern finanziert. (Ersatzgeld: Ein Ersatzgeld ist zu leisten, wenn die Beeinträchtigung von Natur und Landschaft nicht zu vermeiden oder der Eingriff nicht in angemessener Frist auszugleichen oder zu ersetzen ist. Das Ersatzgeld ist zweckgebunden für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege einzusetzen.)
= keine Kosten für die Stadt Salzgitter
Zeitplan: voraussichtlich Ende April/Anfang Mai 2024 soll das Planfeststellungsverfahren (Verfahren zur Genehmigung des Projekts) beginnen. Die Pläne mit allen Details werden öffentlich im Rathaus ausgelegt. Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Institutionen haben Gelegenheit, Einsicht in die Pläne zu nehmen, sich einen Überblick zu verschaffen und gegebenenfalls Bedenken und/oder Änderungswünsche zu äußern, die geprüft werden müssen.
Sollte das Planfeststellungsverfahren Ende 2024 abgeschlossen sein, könnte mit dem Projekt 2025 begonnen werden. Erforderlich ist die Abstimmung mit dem Baubeginn des Abwasserzentralsammlers, weil dort der neue Rad- und Fußweg verlaufen soll.
Wenn dieser Abschnitt renaturiert wird: Warum wird nicht gleich der Hochwasserschutz angepasst?
Antwort: Das geplante Renaturierungsprojekt ist ein Projekt des Naturschutzes. Der Hochwasserschutz wird aber berücksichtigt. Die ausgewiesene Überschwemmungsfläche wird etwas verkleinert und durch das zukünftige größere Volumen der Fuhse reduziert sich der Wasserpegel bei Hochwasser.
Was passiert mit den Tieren und Fischen während der Bauzeit?
Antwort: Die Bauarbeiten werden in eine Zeit gelegt (Spätsommer / Herbst), wenn keine Tiere brüten. Die Fische werden kurzfristig umgesiedelt.
Kann der Verlauf des neuen Fuß- und Radweges noch geändert werden? Auf dem Plan (siehe Abbildung) ist erkennbar, dass der neue Weg erst gerade und dann nach links führt.
Antwort: Der neue Fuß- und Radweg wird an den Verlauf des neuen Abwasserzentralsammlers gebaut. Inwieweit kleine Anpassungen möglich oder erforderlich sind wird auch Gegenstand des als nächstes folgenden Genehmigungsverfahrens sein.
Wird der neue Fuß- und Radweg bei Hochwasser häufiger überflutet werden als der bisherige Weg?
Antwort: Eine Verschlechterung der Passierbarkeit des neuen Weges bei Hochwasser ist ausgeschlossen, da der Weg mindestens die gleiche Geländehöhe wie der bisherige Weg haben wird. Voraussichtlich wird sich sogar eine Verbesserung ergeben, die genaue Höhenlage des neuen Wegs steht jedoch noch nicht fest.
Informationen:
Wer Fragen hat, kann sich wenden an: umweltstadt.salzgitterde