Inhalt anspringen

Salzgitter

Goldschatz zu entdecken

Seeräuberinnen und Seeräuber sind klar zum Entern, während ein Hai schon seine Zähne wetzt: Doch die Kinder auf dem Landrattenspielplatz in Steterburg brauchen keine Angst zu haben. Im Gegenteil. Die bunte Garagenwand lässt die Kleinen, aber auch die Großen angesichts von lachenden Seesternen und Krabben schmunzeln.

Nicole Brito de la Cruz, Robert Bischoff und Quartiersmanagerin Sabine Naats (von links) laden die Kinder zur Schatzsuche ein.

Die Idee entstand mit der Planung des neuen Spielplatzes mit seinen vielen Spiel- und Aktivmöglichkeiten. Bereits 2018 fielen die grauen und unansehnlichen Garagenwände an der Seite zur Danziger Straße auf. „Die könnten wir doch schön gestalten“, überlegte sich Nicole Brito de la Cruz, die im vergangenen Jahr das Gemeinschaftsprojekt der 22 bemalten Stromverteilerkästen initiierte.

Für die künstlerische Gestaltung einiger Garagenrückwände stellte die Künstlerin erneut einen Antrag an den Verfügungsfonds, der vom Sanierungsbeirat einstimmig beschlossen wurde. Nicole Brito de la Cruz kannte den Wolfenbütteler Graffiti-Künstler Robert Bischoff bereits von den Malaktionen der Stromverteilerkästen. Für das aktuelle Projekt gab der Graffiti-Künstler nun einen Workshop für interessierte Jugendliche, die die Garagenwand professionell besprayen wollten.

Der Eigentümer der Garagen, van der Horst Wohnen, wurde gefragt, ob die Garagenwände für die Sprayaktion zur Verfügung gestellt werden würden. „Wir freuten uns über die Zusage, weil wir damit ein weiteres sichtbares Zeichen für die Gemeinschaft setzen können“, sagt Quartiersmanagerin Sabine Naats. Die Planung konnte beginnen.

Urlaubsstimmung auf dem Landrattenspielplatz in Steterburg.

„Mit den Jugendlichen haben wir uns überlegt, welche Motive wir sprayen möchten. Das Motto des Landrattenspielplatzes wollten wir natürlich sichtbar aufgreifen“, erzählt Nicole Brito de la Cruz. Von Robert Bischoff lernte die Gruppe, dass erst einmal größere Flächen besprayt werden, bevor es in die Details geht. Auf Sonne, Himmel, Palmen folgten eine Insel und natürlich ein Schiff mit Seeräuberinnen und Seeräuber. Für die jeweiligen Motive mussten verschiedene Spraydosen mit unterschiedlichen Aufsetzern benutzt werden.

Dann erfuhren die 18- und 19-Jährigen beispielsweise, wie sie die Dosen am besten halten sollen und mit welcher Technik gesprayt werden soll. „Die Details entstanden meistens spontan“, sagt Robert Bischoff. Die Krabbe mit langen Wimpern, der Seestern oder der Hai mit seinen langen Zähnen. Die Ideen setzten die Jugendlichen künstlerisch um, auch wenn natürlich die eine oder andere Stelle übermalt werden musste, weil die Umsetzung anfangs noch nicht wie geplant aussah…

Doch die Jugendlichen sprayten immer besser. Das gefiel den Besucherinnen und Besuchern des Spielplatzes und den Anwohnerinnen und Anwohnern so gut, dass sie mit den Graffiti-Künstlern ins Gespräch kamen und ebenfalls ihre Wünsche äußerten. Die Kinder freuten sich über die passende malerische Urlaubsatmosphäre zum Landrattenspielplatz. Begeistert sind sie vor allem darüber, dass es Goldstücke zu finden gibt. Die Schatzsuche kann fortgesetzt werden……

Der Rat der Stadt hat im Sommer 2019 den Verfügungsfonds für das Sanierungsgebiet „Soziale Stadt“ Steterburg beschlossen: Damit steht ein Budget zur Verfügung, um Maßnahmen der Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibenden, Vereine und Institutionen zu unterstützen. Das Gesamtfördervolumen umfasst pro Jahr 10.000 Euro.

Der Verfügungsfonds ist eine Möglichkeit, innerhalb des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt Steterburg“, kleine, in sich abgeschlossene Maßnahmen, mit finanziellen Mitteln des Bundes, des Landes und der Stadt Salzgitter zu fördern.

Förderfähig sind zum Beispiel Veranstaltungen, Workshops und Kurse, Baumpflanzaktionen, Integrations- und Kulturprojekte. Diese Angebote können sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Familien im Sanierungsgebiet Steterburg richten.

Alle förderfähigen Maßnahmen müssen Ziele haben, wie beispielweise das Zusammenleben und das bürgerschaftliche Engagement zu fördern, die Stadtteilkultur zu beleben und alle Bevölkerungsgruppen einzubinden, die Lebensqualität und Vernetzung im Stadtteil zu stärken oder die nachbarschaftlichen Kontakte und Begegnungen auszubauen.

In Steterburg wurden bereits einige Projekte umgesetzt wie beispielsweise der Kauf von Veranstaltungszubehör, das auch von anderen ausgeliehen werden kann. Die „Verschönerung“ der Kabelverteilerkästen war 2020 das erste Projekt mit Bürgerbeteiligung, das aus dem Verfügungsfonds finanziert wurde.

Das Quartiersmanagement mit Diana Graf und Sabine Naats beantworten während der Öffnungszeiten des Büros in der Langen Hecke 4 (dienstags und donnerstags von 16 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 9 von 10 Uhr Fragen rund um den Verfügungsfonds. Darüber hinaus können Termine vereinbart oder Fragen gestellt werden unter der Telefonnummer: 05341/8879201 oder per E-Mail an: kontaktsteterburgnet

Wichtig: Wer eine Idee hat, aber keinen Antrag stellen möchte, kann sich ebenfalls an das Quartiersmanagement wenden. 

 

Seit 2019 gibt es in Steterburg einen Sanierungsbeirat.

Der Sanierungsbeirat Steterburg besteht aus fünf Anwohnerinnen und Anwohner aus Steterburg, fünf Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Institutionen sowie zehn Stellvertreterinnen und -vertretern. Alle Mitglieder bringen sich im Sanierungsbeirat ehrenamtlich ein, um die Umsetzung der Gesamtmaßnahme „Soziale Stadt Steterburg“ zu unterstützen.

Neben den zehn stimmberechtigten Mitgliedern gehören dem Sanierungsbeirat ständig beratende Mitglieder an: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Salzgitter, das Quartiersmanagement Steterburg sowie je eine Person jeder im Ortsrat Nordost vertretenen Ortsratsfraktion und die fraktionslosen Mitglieder an. Die beratenden Mitglieder haben kein Stimmrecht.

Der Sanierungsbeirat entscheidet unter anderem über die Anträge der Bürgerinnen und Bürger. Wenn ein Antrag bewilligt wurde, kann die Idee über den Verfügungsfonds umgesetzt werden. Die Antragstellerinnen und Antragsteller finanzieren das Projekt vor und erhalten nach der Umsetzung das ausgelegte Geld zurück.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Foto: Stadt Salzgitter
  • Foto: Stadt Salzgitter