Stadtbaurat Michael Tacke begrüßte die vielen Gäste und bedankte sich vorab für die Teilnahme, weil alle Meinungen wichtig für die Arbeit der beiden Planungsbüros und der Verwaltung seien. „Sie wohnen in den Quartieren und sind Expertinnen und Experten. Sie können sich einbringen und etwas bewegen.“
Er erklärte, dass der Rat der Stadt entschieden habe, dass in den Wohnquartieren Swindonstraße, Kampstraße/Saldersche Straße mit sogenannten Vorbereitenden Untersuchungen geprüft werden soll, ob es einen Sanierungs- und Verbesserungsbedarf gebe.
Grundsätzlich gebe es in den beiden Quartieren gute Wohnbedingungen, doch die Quartiere sollen zukunftsweisend gestaltet werden. Dafür werden Ideen gesammelt und Umfragen gemacht.
Das führte Lisa Nieße vom Planungsbüro plan zwei aus, die mit ihrem Team vor Ort an den Thementischen die Ideen sammelten, mit den Menschen ins Gespräch kam und in den nächsten Monaten weiterhin in den Quartieren unterwegs sein wird.
„Wir möchten von Ihnen lernen. Was ist vor Ort los? Was ist gut? Was ist schlecht?“. Diese und andere Antworten werden für die Grundlagenarbeit benötigt.
Sie verwies auf die Online-Umfrage und dass es auch die Möglichkeit gebe, sich den Fragebogen zuschicken zu lassen oder die Anliegen/Hinweise Ideen schriftlich, telefonisch oder mündlich mitzuteilen.
Das betonte auch Carsten Schäfer von der PLANUNGSGRUPPE STADTBÜRO, der mit seinem Team an den Thementischen mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kam. Zuvor stellte er die unterschiedlichen Strukturen der beiden Quartiere vor (zum Beispiel die Wohnbebauung, die Altersstruktur und Einwohnerentwicklung).
Die Teilnehmenden konnten dann an den verschiedenen Thementischen „Wohnen und Umfeld“, „Verkehr/Mobilität“, „Umwelt/Grün/Klimafolgeanpassung“, „Gewerbe/Gesundheit“ und „Soziales/Miteinander“, ihre Ideen aufschreiben und mit einem kleinen Holzspieß auf einer vergrößerten Luftaufnahme des jeweiligen Quartiers befestigten. Darüber tauschten sich die Gäste untereinander und auch mit den Teams der Planungsbüros und der Verwaltung aus.
In einer ersten kurzen Sichtung wurde mehrmals die Beleuchtung und die Sicherheit im Stadtpark genannt sowie der Marktplatz am Schölkegraben und die Frage, ob er für andere Veranstaltungen wie beispielsweise Feste oder Flohmärkte genutzt werden könne. Die Frage nach mehr Spielmöglichkeiten für Kinder in beiden Quartieren wurde ebenso gestellt, wie die Frage nach mehr Aufenthaltsmöglichkeiten für ältere Menschen.
Die Büros werten alle Ergebnisse dieser Auftaktwerkstatt aus und nahmen auch die zuvor geschriebenen „Zukunftsgrüße“ mit: Postkarten, auf denen die Bürgerinnen und Bürger schrieben, wie sie sich ihre Quartiere zukünftig vorstellen und was sie sich für ihren Wohnort wünschen.
Lisa Nieße bedankte sich bei allen für die Mitarbeit an diesem Abend und hofft auf ein Wiedersehen bei der Abschlusswerkstatt im Herbst. Doch bis dahin haben alle die Möglichkeit, ihre Ideen mitzuteilen (siehe unten).
Die Erarbeitung der Vorbereitenden Untersuchungen ist im Mai 2023 gestartet.
Bis zu den Sommerferien wurden Gespräche mit Vertreterinnen/Vertretern aus den Schulen, Kitas, Geschäften, Institutionen etc. geführt.
Mitte Juni wurden die Bürgerinnen und Bürger in den Quartieren mit einem Flyer über die Vorbereitenden Untersuchungen informiert und zur Auftaktwerkstatt eingeladen.
Die Auftaktwerkstatt am 5. Juli 2023 war die erste öffentliche Beteiligungsmöglichkeit für die Menschen in den Quartieren.
Die Anmerkungen, Ideen und Hinweise der Bewohnerinnen und Bewohner, Eigentümerinnen und Eigentümer und Gewerbetreibende werden nun in die konzeptionelle Arbeit einfließen.
Weitere Beteiligungsmöglichkeiten:
Umfrage:
Die Bürgerinnen und Bürger können bis zum 19. Juli an einer Online-Umfrage teilnehmen (https://form.typeform.com/to/lu86rkWG (Öffnet in einem neuen Tab)).
Wer den Fragebogen zugeschickt haben möchte oder Fragen rund um das Projekt hat, kann sich wenden an:
Martina Hänsch vom Referat Stadtumbau und Soziale Stadt (E-Mail: stadtumbaustadt.salzgitterde, Tel.: 05341 839 3386).
Nachbarschaftsgespräche:
Nach den Sommerferien finden sowohl im Bereich „Kampstraße/ Saldersche Straße“ als auch im Bereich „Swindonstraße“ Nachbarschaftsgespräche statt. Hierzu werden die Teams der Planungsbüros jeweils in den Gebieten an einem gut erreichbaren Standort Gesprächsangebote für die Anwohnenden anbieten. Das Datum und der Ort für die Gespräche werden noch bekannt gegeben.
Ende 2023 werden die Sanierungsziele, mögliche Maßnahmen und Projekte in einem Bericht zu den Vorbereitenden Untersuchungen erfasst.
Der Rat der Stadt Salzgitter entscheidet dann darüber, ob sich Salzgitter mit den beiden Quartieren beim Land Niedersachsen um Fördermöglichkeiten bewirbt.
- Der Rat der Stadt hat für die Gebiete „Kampstraße/Saldersche Straße“ und „Swindonstraße“ Vorbereitende Untersuchungen beschlossen: In den nächsten Monaten wird geprüft werden, ob Sanierungs- und Veränderungsbedarfe bestehen und diese Quartiere dann als Sanierungsgebiete ausgewiesen werden könnten. Dies ist der Fall, wenn sogenannte städtebauliche Missstände festgestellt werden.
- Städtebauliche Missstände liegen vor, wenn zum Beispiel öffentliche Platz- und Grünflächen oder Spielplätze erneuert werden müssen oder Gebäude in dem jeweiligen Untersuchungsgebiet saniert werden sollten etc.
- Für die Vorbereitenden Untersuchungen ist die Beteiligung der Menschen im Quartier eine zentrale Komponente: Ein Austausch über die Stärken und Schwächen des Quartiers ist für die Analyse ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit mit allen Menschen im Quartier.
- Das Ergebnis der Vorbereitenden Untersuchungen ist dann die Grundlage, um zu entscheiden, ob die erkannten Defizite mithilfe einer Städtebaulichen Sanierungsmaßnahme behoben werden könnten.
- Möglicherweise besteht anschließend der Zugang zu den Fördermöglichkeiten der Städtebauförderung (Programme des Bundes und Landes Niedersachsen) für die Umsetzung der entworfenen Maßnahmen innerhalb des Sanierungsgebiets.
- Für die Erarbeitung der Vorbereitenden Untersuchungen hat die Stadt Salzgitter die Planungsbüros plan zwei aus Hannover und PLANUNGSGRUPPE STADTBÜRO aus Dortmund beauftragt. Beide Büros haben langjährige und vielfältige Erfahrungen in der Vorbereitung von städtebaulichen Erneuerungs- und Sanierungsaufgaben.