„Sie engagieren sich in einem besonderen Ehrenamt für die Gemeinschaft“, betonte Carola Benninghoven-Struß, stellvertretende Direktorin im Amtsgericht Salzgitter und bedankte sich bei Ulrike Donat für ihr wertvolles Engagement und überreichte ihr die Urkunde mit Glückwünschen des Präsidenten des Landgerichts sowie einen Blumenstrauß.
Eric Neiseke, Erster Stadtrat der Stadt Salzgitter, gratulierte Ulrike Donat für ihr besonderes Engagement. Er bedankte sich im Namen des Oberbürgermeisters, des Rates und der Verwaltung für ihre ehrenamtliche Arbeit und für die gute Zusammenarbeit. „Sie tun viel Gutes für unsere Gesellschaft“, betonte er. Dieses Ehrenamt für die Gemeinschaft erfordere besonders Menschenkenntnis, Kommunikationsfähigkeit, Unvoreingenommenheit sowie Neutralität und sei wichtig, um zwischen Streitenden zu vermitteln und eine Lösung zu finden. „Sie leben das Motto „Schlichten statt Richten“ in ihrem Ehrenamt auf ganz praktische Weise“, sagte der Erste Stadtrat.
Als Schiedsfrau vermittle sie zwischen Streitenden und erziele zwischen den Beteiligten eine Einigung. Das gelingt Ulrike Donat bei 90 Prozent ihrer Schiedsverfahren, für die sie als Schiedsfrau im Bezirk 1 (Reppner, Lesse, Lichtenberg, Osterlinde, Fredenberg, Bruchmachtersen, Salder, Lebenstedt Statistische Bezirke 50, 51 und 59.) verantwortlich ist. Dieses Engagement macht ihr Freude, weswegen sie sich erneut für dieses wichtige Ehrenamt beworben hat.
Bei den meisten Nachbarschaftsstreitereien geht es um Grenzabstände, Bäume, Einfriedungen oder Beleidigungen. Ulrike Donat hat festgestellt, dass die Menschen heutzutage weniger miteinander reden. Deswegen stehen das Aufeinander zugehen und das Miteinander reden an erster Stelle.
„Die Beteiligten müssen am Anfang alles loswerden. Dann kann ich in den Gesprächsprozess einsteigen und vermitteln“, sagt sie. Wenn die Beteiligten wieder aufeinander zugehen und sich einigen, freut sie sich darüber, weil das ein Erfolg ihrer Arbeit ist.
Dieses Ehrenamt macht ihr Freude, weil sie mit den unterschiedlichen Menschen zu tun hat und sie ihre Berufs- Lebens- und Weiterbildungserfahrungen einbringen kann. Regelmäßig nimmt sie an den Fortbildungen teil und tauscht sich auch gern mit anderen Schiedspersonen aus.
Als Ausgleich zu ihrem Ehrenamt ist Ulrike Donat sportlich aktiv und arbeitet gern im Garten. Sie bedankte sich bei der Stadt Salzgitter, die für die organisatorische Betreuung der Schiedspersonen verantwortlich ist, und dem Amtsgericht, bei dem die Dienstaufsicht liegt.
Die Aufgaben von Schiedspersonen sind vielfältig: Sie können zum Beispiel bei Streit, Sachbeschädigung, Beleidigungen oder Nicht-Beachtung einer Hausordnung in einem Mietshaus, zwischen den sich streitenden Parteien so schlichten und vermitteln, dass der Konflikt gelöst und eine gerichtliche Auseinandersetzung vermieden wird.
· Die Besetzung erfolgt durch Ausschreibung und Auswahlverfahren. Die Schiedspersonen (und ihre Vertreter/innen) werden vom Rat der Stadt für fünf Jahre gewählt.
Am 5. April endete die Bewerbungsfrist für die neue Periode 2025 bis 2029. Die Bewerbenden werden nach Einholung der Informationen zur Bekleidung von öffentlichen Ämtern zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Anhand dieses Auswahlgespräches sowie abzugebenden Stellungnahmen seitens des Amtsgerichtes sowie des Bundes Deutsches Schiedsmänner und –frauen werden dann geeignete Kandidatinnen und Kandidaten dem Rat der Stadt Salzgitter vorgeschlagen. Dieser wählt die gewünschten Personen aus. Das Amtsgericht muss diese im Nachgang dann bestätigen sowie Vereidigen.
Die Dienstaufsicht über die Schiedspersonen liegt beim Amtsgericht Salzgitter. Die Stadt Salzgitter ist Ansprechpartnerin bei organisatorischen Fragen. Bei rechtlichen Fragen können sich die Ehrenamtlichen mit ihren Anliegen an das Amtsgericht wenden. Die Arbeit unterliegt der ständigen Aufsicht des Amtsgerichtes. Für Kosten, die im Zusammenhang mit der Ausübung der Tätigkeit als Schiedsperson anfallen, zahlt die Stadt eine jährliche Aufwandsentschädigung. Alle Schiedspersonen werden für ihre Tätigkeit geschult und laufend weitergebildet. Ein regelmäßiger Austausch mit den Schiedspersonen gehört ebenso dazu.